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Future Living – Wie wir leben werden
Architektur, Wohnen und Alltagsleben in der Zukunft
Im Jahr 2010 eröffnet in Wien das „Future Evolution House”, der zukünftige Lebens- und Arbeitsmittelpunkt der Familie Horx.
Der Vortrag erläutert am konkreten Beispiel dieses Projekts die wichtigsten Zukunftsentwicklungen in Familienstrukturen, Hausbau,
Mobilität, Energiewesen, Architektur und Design. Besonders geeignet für ein Fachpublikum, für Stadtplaner, Bauherren, Einrichter,
Planer, oder auch für ein an Zukunfts-Alltagsfragen interessiertes Publikum.
Die Vorstellung vom „Leben in der Zukunft” war in der Vergangenheit stets von technologischen Allmachts- und Kontrollphantasien geprägt.
„Zukunftshäuser” stellten entweder normierte Wohnmaschinen oder mit Elektronik vollgestopfte Fernbedienungscomputer mit Wänden drumherum dar.
Die (meist männlichen) Vorstellungen eines kommenden Lebensstils zielten auf einen funktionalen „vollautomatischen Haushalt”.
Aber die „soft factors” von Stil, Design, Emotion und Lebenskunst spielen in der Lebenswelt eine womöglich größere Rolle als die technischen Faktoren – besonders in der Zukunft!
Die neue „Meta-Mobilität”
Die Megatrends Feminisierung, Individualisierung und Downaging, sowie die Veränderungen der Arbeitswelt erzeugen eine Mobilität zweiter Ordnung,
in der Lebensphasen neu sortiert und arrangiert werden. Aus den linearen Biographien des Industriezeitalters entstehen „Multigraphien”,
in denen bestimmte Lebensabschnitte übersprungen oder auch mehrfach erlebt werden können. Work-Life-Balance wird für jede Familie eine Herausforderung.
Das erfordert eine neue Flexibilität und Modularität des Bauens.
Vom Cocooning zum „Life Hub”
Häuser veränderten ihre sozialen Funktionen Bedeutung im Laufe der Epochen: Aus der Höhle des tribalen Zeitalters wird die Hütte der agrarischen Welt.
Privatheit entsteht erst im Zuge der Wohlstands-Industrialisierung.
Heute leben in Familien mehrere Individualisten unter einem Dach.
Das Haus wird zum „Hub” oder zur „Lounge”; zur Plattform einer mehrdimensionalen Mobilität.
Home becomes Work / Work becomes Home: Arbeits- und Heim-Design nähern sich aneinander an – und müssen doch neue Trennungen finden.
Die neuen Grundrisse
In der Wohnung des Industriezeitalters bildet sich die Binnendifferenzierung der Architektur durch die Achsen Intimität/Öffentlichkeit und Mann/Frauenrollen aus.
Das Wohnzimmer dient der Repräsentanz, „Nasszelle” und „Schlafzimmer” der Reproduktion für den Arbeits- oder Hausfrauenalltag.
Im Haus der Zukunft wird die Küche wird zum Lebenszentrum, in dem gekocht, gelebt, gelernt und sozialisiert wird.
Das Wohnzimmer weicht dem Media-Room und dem Arbeitszimmer. Aus Schlafzimmer/Bad entwickelt sich die ”cocooning area” oder der groom room.
Neue Energien und Aktivhäuser
Die Passivhaus-Architekturen der Gegenwart sind nur eine Übergangsphase. Häuser in der Zukunft werden Teil eines „Energy Grid”,
eines energieproduzierenden Netzwerkes inklusive der Elektro-Mobilität.
Damit entsteht eine gewaltige Infrastruktur-Herausforderung, die zu enormen Investitionen und technischen Veränderungen im Hausbau führen wird.
Von Hard Tech zu High Touch
Technologie und Design schlagen neue Wege ein, indem sie Haptik und Sinnlichkeit zurückerobern: „Touch or leave it”.
Das Stichwort des Zukunfts-Design kautet Simplexität. Neue Materialien ermöglichen die Varianz von Übergängen und Zugängen,
neue Produktionsverfahren führen zu völlig neuen Formgebungen (z.B. 3D-Drucker).
Co-Housing
Die neue Frage der Nachbarschaft.
Neue Siedlungsformen und vernetztes Wohnen erfüllen schliesslich das Bedürfnis nach einer höheren Integration der sozialen Infrastrukturen.
Überall in Deutschland und den USA entstehen neue Siedlungsprojekte mit ökologischer Architektur, in denen intergeneratives Wohnen mit flexiblen Familienstrukturen
und integrierten Alltags-Services geprobt wird. Diesen Projekten gehört die Zukunft des Siedlungsbaus.
Bücher zum Vortrag:
 Das Zukunftshaus
Ein Erfahrungsbericht.
Von Oona Horx-Strathern.
Erscheint 2012.
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Literatur-Tipps:
- Hirsch, M, Das Haus: Symbol für Leben und Tod, Freiheit und Abhängigkeit, Psychosozial Verlag, Gießen, 2006
- Matathia, I, & M Salzman, Next? Wie sieht die Zukunft aus? Arbeiten, Leben und Wohnen nach 2000, Econ Verlag, München, 1998
- Truckenbrodt, C, & H Gatterer, ‘Living in the Future: Die Zukunft des Wohnens, Studie im Zukunftsinstitut-Verlag, 2005
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