zurück zu Vortragsthemen

Future Markets – Future Business

Wie Krisen die Wirtschaft von Morgen schaffen

Alle fürchten sich vor Krisen. Doch man kann Börsencrashs und Kreditkrisen auch anders interpretieren: Als „Kreative Zerstörung”, in deren Folge neue wirtschaftliche Systeme, Regeln und Kooperationen entstehen. Welche Märkte und Marktstrukturen werden die Zukunfts-Ökonomie prägen? Welche Zyklen-Systeme verbergen hinter den heutigen Krisen? Dieser Vortrag richtet sich an ein dezidiertes Wirtschaftspublikum, das über den Tellerrand des Angst-Diskurses hinaussehen möchte.


Die Weisheit der Krise

Die Weisheit der Krise: Das Wort „Krise” kommt vom griechischen crisein – entscheiden. Krisen sind „evolutionäre Störungen”, die immer dann gehäuft auftreten, wenn historische Markt- und Organisationsformen unter neuen Umweltbedingungen nicht mehr funktionieren können.

Alle lebendigen, auch die ökonomischen Systeme sind „die Resultate ihrer Krisen”. Auf jede Krise gibt es immer zwei mögliche (Entscheidungs-)Antworten: Regression oder Innovation. Krisen verraten uns etwas über die Matrix des Wandels.


Globalisierung 4.0 – Die neue Weltmarkt-Ordnung

Der gewaltige Aufstieg Chinas, Indiens und anderer Schwellenländer wird in den nächsten Jahren Märkte und Branchen umkrempeln. Eine riesige neoglobale Mittelschicht entsteht. Die 2 Milliarden „aufwärtsmobilen Armen” erzeugen einen eigenen, gigantischen Markt, den so genannten BOP-Markt (Bottom of the Pyramid). So genannte „Climber Products”, Billigprodukte die Ergebnis der frugalen Innovation” sind, gelangen bis in den hintersten Winkel der Erde – und werden durch einen Rückkoppelungseffekt unseren Billigsektor weiter stärken. Durch die steigenden Transport- und Koordinationskosten kommt es zu einem Trend vom Outsourcing zum Nearshoring. Gleichzeitig suchen die Mächtigen der Welt nach einer neuen multipolaren Weltordnung.


Die Schönheit der Blasen

Finanzblasen sind so alt wie der Geldkreislauf. Im römischen Reich brach 66 vor Christus das Finanzwesen zusammen, weil reiche Bürger sich in Asien verspekuliert hatten. Im Florenz der Medicis im Jahre 1345 gingen die mächtigen Bankhäuser Bardi, Peruzzi und Accaiuoli bankrott. In den Jahren von 1633 bis 1635 verspekulierten sich die reichen Bürger Europas in der Tulpenblase, darauf folgte die Südsee-Blase und die Eisenbahn-Blase der 1860er-Jahre.

In den Übertreibungen des Finanzmarktes entstehen jedoch immer auch kollaterale Infrastrukturen: Durch die Tulpen-Hausse entwickelten die Holländer die effektivste Landwirtschaft der Welt, die Dotcom-Blase führte zu einem gewaltigen Ausbau des Information Highway.


Der sechste Zyklus

Die Kondratieff-Zyklen bieten uns eine weitere Erklärung für die Muster hinter den Krisen: Alle vierzig bis sechzig Jahre steigt durch eine neue Basis-Technologie die Produktivität steil an – Boom- und Prosperitätsphasen sind die Folge, gefolgt von Fehlspekulationen durch vagabundierendes Kapital. Der sechste Kondratieff-Zyklus bildet sich rund um die postfossilen Energien, die Biotechnologien und die „psychosozialen Potentiale”.


Greenomics – die neue Ökonomie der Nachhaltigkeit

Die dominanten Marktnachfragen der kommenden Jahrzehnte verschieben sich in den Bereich der E-Energie – Netzwerke verschmelzen mit regenerativen Energiequellen. Als neue Pioniergruppe der grünen Weltmärkte hat sich in den letzten Jahren der „Loha-Sektor” entwickelt. Der „Lifestyle of Health and Sustainability”.


Womenomics: Die feminisierte Ökonomie

Die Pionier-Konsumenten der Zukunft sind die Frauen. Nach Schätzungen der Weltbank wird das weibliche Kosumeinkommen bis 2015 um ein Drittel zunehmen. Frauen beeinflussen und bestimmen immer mehr Investitionen und Innovationen, aber auch Wertesysteme und politische Strukturen. Womenomics bedeutet eine neue Wachstums-Logik unter Einbeziehung des weiblichen Potentials, die unsere Konsummärkte stabilisieren und unsere Wirtschaft robuster machen kann.


Das Ende der linearen Wertschöpfungskette

Die Grund-Logik industrieller Märkte besteht in einer linearen Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Segmenten, an deren Ende der „Verbraucher” sitzt. Die Entwicklung des Internets macht aus dem Konsumenten einen PRO-sumenten, der die Angebotskette intermediär unterbricht. Als Konsequenz organisiert sich Wertschöpfung neu in der Struktur der SERVOLUTION - Innovation, Providing und Dienstleistung rund um den Kunden.


Die Rückkehr der Mitte-Märkte

Seit vielen Jahren lässt sich eine „Flucht aus der Marktmitte” beobachten: Der Discountsektor wächst ebenso wie das Luxussegment. Ursache sind Übersättigung, mangelnde Produkt-Differenzierung, Service-Unkompetenz und „Vertrashung” ganzer Marktsegmente. Alle Produkte (Läden, Verkaufskonzepte) im MITTLEREN Bereich (Preis, Sortiment, Service, Design) sterben aus. Derzeit entwickelt sich jedoch eine weitere Stufe der Konsum-Evolution: Die neue Mitte. Unternehmen, denen es gelingt, die Faktoren Erlebnis, Design, Schnelligkeit, Convenience, Innovationskraft und Preis auf neue Weise zu re-kombinieren.


Die neuen Meta-Branchen

Die Marktstrukturen der Zukunft entwickeln sich in zwei Richtungen: in den Bottom-of-the-Pyramid-Märkten herrscht eine grosse Nachfrage nach billigen Nahrungsmitteln, Wohnressourcen und Kommunikationsanbietern. Währenddessen evolutionieren traditionelle Industriemärkte in Richtung auf die neuen Synthesebranchen: Smart Logistics, Green Industries, Care&Providing-Sektor, Restoration Management, Smart Logistics, Neuer Bildungssektor. Diese Branchen überschreiten die alten Genres und Markt-Grenzen zugunsten konsequenter Kunden- und Nachfrageausrichtung.


Bücher zum Vortrag:

Das Buch des Wandels

Wie Menschen ihre Zukunft gestalten

Mehr Info...

 

Technolution

Wie unsere Zukunft sich entwickelt

Mehr Info...

Literatur-Tipps:

  • Prahalad, CK, The Fortune at the Bottom of the Pyramid: Eradicating Poverty through Profits, Wharton School Publishing, NJ, 2005
  • Gross, D, Finanzblasen und warum sie so wichtig sind, FinanzBuch Verlag, München, 2008
  • P, A Lovins, & LH Lovins, Öko-Kapitalismus, Riemann Bertelsmann Verlag Deutschland, 2000
  • Händeler, E, Die Geschichte der Zukunft, Brendow Verlag- Moers, 2005
  • Ridderstrâle, J, & K Nordström, Karaoke-Kapitalismus: Fitness und Sexappeal für das Business von morgen, Redline Wirtschaft, Heidelberg, 2005
  • Sachs, JD, Das Ende der Armut: Ein ökonomisches Programm für eine gerechtere Welt, Siedler Verlag, München, 2005
  • Strathern, P, Schumpeters Reithosen: Die genialsten Wirtschaftstheorien und ihre verrückten Erfinder, Campus, Frankfurt am Main, 2003
  • Zuboff, S, & J Maxim, The Support Economy: Why Corporations are Failing and the Next Episode of Capitalism, Viking/Penguin Books New York, 2002

 

(nach oben / zum Seitenanfang)




© 2011 Horx Zukunftsinstitut GmbH,  design: is design,  programming: Robert Egger, WebWerker