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Anleitung zum Zukunfts-Optimismus
Warum die Welt nicht schlechter wird
Die Lage der Zukunft scheint katastrophal: Die Umwelt ist in höchster Gefahr, der Kapitalismus böse, die Globalisierung eine Katastrophe.
Doch hinter solchen Zukunftsbildern stecken Ideologien, Ängste und verzerrte Weltbilder.
Dieser provokante Vortrag entlarvt die medialen Täuschungen und psychologischen Fehlleistungen des grassierenden Zukunfts-Pessimismus.
Er trainiert die mentale „Future Fitness” der Zuhörer aus allen Branchen.
Nur zwölf Prozent der Deutschen glauben, dass die Zukunft besser werden könnte als die Vergangenheit.
In der öffentlichen Meinung zeigen sich Anzeichen einer chronischen Angst-Epidemie.
Überzeichnung von Gefahren und Verzerrungen von Risiken sind an der Tagesordnung.
Die globalen Angstkurven steigen ständig nach oben. Kollektive Angst-Hysterien haben jedoch fatale Nebenwirkungen.
Sie können Verbesserung und Innovation verhindern, zu falschen Investitionen führen – und dienen als offenes Einfallstor für politischen Populismus.
Die Wirkweisen des Alarmismus
Unter „Alarmismus” verstehen wir das sozialpsychologische Phänomen der kollektiven Übersteigerung von Ängsten, die in regelrechten Hysterien enden können.
Welche Mechanismen stehen dahinter?
Mentales „Framing”
Menschen beurteilen die Welt und ihre Gefahren entlang von kulturbedingten Erzählungsmustern.
Zu den „frames” der westlichen Kultur gehört z.B. die Romantisierung der Natur,
zur Grundwahrnehmung der deutschsprachigen Länder eine generell negative Einstellung zur allem Ökonomischen.
Lineare Modelle
Prognosen werden fast immer in einer linearen oder Eskalations-Logik erstellt.
Man verlängert einen Trend linear von A über B in die Zukunft, ohne veränderte Technologien und Lernprozesse einzubeziehen.
Medialer Steigerungszwang
In der der Medienwelt herrscht heute ein brutales Konkurrenz-Klima.
Vor diesem Hintergrund werden die alten Regeln rationaler journalistischer Vermittlung außer Kraft gesetzt.
Es geht nur noch um die Erzeugung von Sensationen und Erregungen – mit der Folge von Fälschungen,
ideologischer Polemik und einem Verfall des rationalen Diskurses.
Kognitive Resonanz
Menschen neigen zu Fehleinschätzungen der Umwelt, weil sie von a) archaischen Ängsten geprägt sind und b) kollektive Überzeugungen,
die die eigene Position erhöhen, differenzierter Betrachtung vorziehen. Die Kognitionspsychologie zeigt z.B.,
dass seltene und ferne Risiken höhere Aufmerksamkeiten erzielen als größere, bewältigbare, nahe Risiken,
die durch eigenes Verhalten beeinflusst werden können (Rauchen, Bewegung, Ernährung).
Dadurch entsteht ein Delegations-Effekt der schließlich zum „Apokalyptischen Spießertum” führt:
„Uns geht es eigentlich gut, aber die Welt geht den Bach herunter – und die Anderen sind schuld.”
Der Fahrstuhleffekt
Während sich Wohlstand verbreitet und Lebensrisiken abnehmen, kommt es zu einem veränderten Wahrnehmungsmuster der Realität.
„ Während der Fahrstuhl der Ansprüche nach oben fährt, fährt die Welt aus der Sicht der Fahrstuhlpassagiere nach unten” –
so formuliert der Philosoph Odo Marquard die „Restübelthese”.
Die differenzierte Wirklichkeit
Anhand der klassischen Angst-Gerüchte unserer Zeit werden differenzierte Zukunfts-Prognosen gestellt:
Klimakatastrophe
Der Anstieg der Erdtemperatur durch menschliche Einflüsse sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Klimawandel eine historische Konstante ist.
Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Erdbeben, gehören zur Menschheitsgeschichte, sie können Kooperation und Innovation befördern.
Ein Energiewechsel in Richtung auf postfossile Energien wird und kann den nächsten Aufschwung bringen.
Immer mehr Gewalt
Wir leben heute in der friedlichsten aller Gesellschaften. Das gilt auch für die globale Entwicklung der Gewalt:
Die Anzahl der Kriegs- und Gewaltopfer im Vergleich zur Weltbevölkerung sinkt kontinuierlich.
„Immer mehr Armut”
Die Verarmungsthese erweist sich beim näheren Hinsehen als eine schwer zu haltende Vermutung, sowohl global als auch in Europa.
Armut wird in der EU ab einer Grenze von 60 Prozent des mittleren Einkommens gerechnet, in Deutschland gilt ein Single ab 760 € verfügbares Einkommen als arm.
Armut lässt sich allerdings immer weniger mit Umverteilung bekämpfen – sie wird zunehmend zur Bildungsfrage.
„Hungerkatastrophen”
Das Ziel der Welternährungsorganisation, bis zum Jahr 2015 den Hunger auf der Welt zu halbieren, ist so unrealistisch nicht.
In absoluten Zahlen sinkt die Anzahl der extrem Armen ständig, die Ernährungssituation hat sich in den meisten Regionen verbessert.
Im Jahresbericht des UNDP heißt es: „Zwischen 1975 und 2005 erzielten die meisten Länder substantielle Fortschritte bei der menschlichen Entwicklung...
Von den 79 Ländern, für die HDI-Trends für diesen Zeitraum vorliegen, holten 54 mehr als 20 Prozent ihres Rückstandes auf.”
„Demographische Katastrophe”
Ein moderater Bevölkerungsverlust hat bei steigender Produktivität eher einen positiven Effekt.
Die Geburtenrate wird in den nächsten Jahren wieder steigen, wenn Reformen in der Work-Life-Balance greifen – andere Länder zeigen diesen Effekt.
„Bevölkerungsexplosion”
Die mittlere Geburtenrate der Welt befindet sich heute nur noch wenig über der Reproduktionsrate.
Selbst im Iran, einem islamischen Land, ist die Geburtenrate auf unter 2 Kindern pro gebärfähiger Frau gesunken,
in volkreichen Staaten wie Brasilien auf 1,9. Die Menschheit wird zwischen 2050 und 2060 bei etwas mehr als 9 Milliarden Menschen
ihren zahlenmäßigen Zenit erreichen – und danach wieder schrumpfen.
„Verdummung”
Weltweit lässt sich eine massive Steigerung der Schulbeteiligung feststellen, insbesondere bei der Bildung der Frauen:
76 Prozent der Erwachsenen der Erde können heute lesen, 1990 waren es erst 64, in den 60er Jahren nur 42 Prozent.
Auch in Deutschland steigt die Bildungsrate generell an, trotz Problemen mit bildungsfernen Schichten.
Die viel gescholtenen elektronischen Medien haben einen „Bildungs-Kollateraleffekt”, der Menschen auf lange Sicht klüger und kompetenter macht.
Future Mind
Wie man Zukunfts-Bewusstsein erlangt.
Zum Ende des Vortrags gibt es eine „Kleine Anleitung zum illusionslosen Optimismus”.
Bücher zum Vortrag:
 Anleitung zum Zukunfts-Optimismus
Ein Pamphlet gegen Untergangs-Ideologen, Panik-Publizisten, Apokalypse-Spießer und andere Angst-Gewinnler.
Mehr Info...
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Literatur-Tipps:
- Hans Rosling: New insights on poverty and life around the world, ein Grund-Vortrag über die Veränderungen der Wohlstands- und Gesundheitsstrukturen der Welt.
www.ted.com
- Elaine Showalter, Hystorien, Hysterische Epidemien im Zeitalter der Medien, Berlin Verlag, Berlin, 1997
- Josef H. Reichholf, Die falschen Propheten, unsere Lust an Katastrophen, Wagenbach-Verlag Berlin 2003
- Hondrich, Karl Otto, Weniger sind mehr: Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist, Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2007
- Lomborg, Björn, Cool it: The Skeptical Environmentalist’s Guide to Global Warming, Alfred A. Knopf, New York, 2007
- Maxeiner, Dirk, Hurra wir retten die Welt! Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen, wjs Verlag, Berlin, 2007
- Miersch, Michael, Maxeiner Dirk, Lexikon der Öko-Irrtümer: Überraschende Fakten zu Energie, Gentechnik, Gesundheit, Klima, Ozon,
Wald und vielen anderen Umweltthemen, Eichborn Verlag Frankfurt, 1998
- Reading, A, Hope & Despair: How Perceptions of the Future Shape Human Behavior, The John Hopkins University Press, Baltimore, 2004
- Reichholf, Joseph H., Stabile Ungleichgewichte. Die Ökologie der Zukunft, unseld 5 edn., Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2008
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