Matthias Horx  Trend- und Zukunftsforscher


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Anleitung zum Zukunfts-Optimismus

Warum die Welt nicht schlechter wird

„Ich hasse diese selbstgefälligen Pessimisten, die sich über den Weltuntergang freuen, die jeden Tag das Ende von allem propagieren – man sieht ja, wie es denen gefällt.”
Claudio Magris

Positive News (Quellen und Literaturempfehlungen)

Das Imperium der Angst

Nur zwölf Prozent der Deutschen glauben, dass die Zukunft besser werden könnte als die Vergangenheit. Eine regelrechte Angst-Epidemie hat sich ausgebreitet, wobei „German Angst” eine bestimmte Welt-Haltung repräsentiert, die mit moralischer Selbstgerechtigkeit und oft auch Verantwortungs-Delegation zu tun hat. Wer Angst politisch kultiviert, fühlt sich als selbst-gerechtes Opfer „der Verhältnisse”. Kollektive Angst-Hysterien sind jedoch ein Einfallstor für politischen Populismus. Irrational aufgeladene Befürchtungen können auf dem Wege der „Self Fulfilling Prophecy” fatale Folgen für die Zukunft unserer Gesellschaft haben. Robert Skidelsky, britischer Professor für Nationalökonomie, formulierte:

 Es besteht die Gefahr, dass wir derart vom apokalyptischen Virus befallen werden, dass wir letztlich eine wirkliche Katastrophe – den Zusammenbruch unserer Wirtschaft und unseres Lebensstils – herbeiführen, um eine eingebildete Katastrophe zu vermeiden. Eine religiöse Geisteshaltung verdient höchsten Respekt; der religiösen Rückeroberung jener Bereiche jedoch, die Sache der Wissenschaft sind, sollten wir uns jedoch widersetzen.

Klima, Demographie, Armut, Natur, Rohstoffe, Globalisierung – die apokalyptischen Reiter galoppieren im Kreis herum

In den letzten Jahren hat sich besonders die KLIMAKATASTROPHE als zentrales Angstmotiv entwickelt. Die ARMUTSDEBATTE folgte ihr auf dem Fuße: Die Globalisierung, so heißt es, erzeuge in allen Gesellschaften „immer mehr Armut”. Und nun kommen noch die Rohstoff-Verteuerung und die Bankenkrise hinzu...

  • Der Anstieg der Erdtemperatur durch menschliche Einflüsse sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass KLIMAWANDEL eine historische Konstante ist. Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Erdbeben, gehören zur Menschheitsgeschichte; die neuesten Erkenntnisse der Evolutionsbiologie sagen uns, dass sie eine GRUNDBEDINGUNG menschlicher Evolution sind. 

Die Klimakatastrophe ist zum literarischen, journalistischen, filmischen und popmusikalischen Genre geworden. Es produziert Formen für die ungeformte Angstlust, Teilhabe, Gewissheiten, Heimat. Ein gemeinsamer Weltuntergang ist immer noch besser als ganz allein zu sein; eine berechnete Katastrophe ist immer noch besser als unberechenbares Glück.
(Georg Seeßlen)

  • Die „Verarmung der Mittelschichten” erweist sich beim näheren Hinsehen als eine schwer zu haltende These. Armut wird in der EU ab einer Grenze von 60 Prozent des mittleren Einkommens gerechnet. Weil der Wohlstand allen Unkenrufen zum Trotz immer weiter wächst, wächst auch die Armut – in Deutschland gilt ein Single ab 760 € verfügbares Einkommen als arm. Armut lässt sich allerdings immer weniger mit Geld und Umverteilung bekämpfen – sie wird in der Wissensgesellschaft zunehmend zur „strategischen Bildungsfrage”.
  • Die Demographische Katastrophe ist keine Katastrophe, sondern ein gestaltbarer Wandel zu einer anderen Lebens- und Biographiekultur. Ein moderater Bevölkerungsverlust ist bei steigender Produktivität eher ein positiver Effekt. Die Geburtenrate wird in den nächsten Jahren, darauf deuten auch die heutigen Zahlen hin, wieder steigen. Es geht vor allem um eine neue „Downaging”-Kultur, in der wir den gesellschaftlichen Alterungsprozess sinnvoll gestalten.
  • Die Verteuerung der Rohstoffe treibt zwar die Inflation an, führt aber auch zu Innovationsschüben und expansiven Märkten in der Energietechnologie. Die Steigerung der Lebensmittelpreise führen zwar zu Knappheiten in Ländern, die ihre Nahrungsmittelbasis vernachlässigt haben, anderseits waren Lebensmittel auf den Weltmärkten jahrzehntelang zu BILLIG: die Preissteigerungen führen auch zu Marktchancen gerade der ärmeren Länder.
  • Die Bevölkerungsexplosion findet nicht statt: Die mittlere Geburtenrate der Welt befindet sich heute nur noch ganz knapp über der Reproduktionsrate. Selbst im Iran, einem islamischen Land, ist die Geburtenrate auf unter 2 Kindern pro gebärfähige Frau gesunken, in volkreichen Staaten wie Brasilien auf 1,9. Die Menschheit wird zwischen 2050 und 2060 bei etwas mehr als 9 Milliarden Menschen ihren zahlenmäßigen Zenit erreichen – und danach wieder schrumpfen.
  • Mehr Bildung: Weltweit lässt sich eine massive Steigerung der Schulbeteiligung feststellen, insbesondere bei der Bildung der Frauen: 76 Prozent der Erwachsenen der Erde können heute lesen, 1990 waren es erst 64, in den 60er Jahren nur 42 Prozent.
  • Steigender Global-Wohlstand: Mit Ausnahme jener Ländern die in einem Teufelskreislauf  von Bürgerkriegen und Diktatur gefangen sind, vermehrt sich der Wohlstand auf unserem Planeten kontinuierlich. Das Ziel der Welternährungsorganisation, bis zum Jahr 2015 den Hunger auf der Welt zu halbieren, ist so unrealistisch nicht. In absoluten Zahlen sinkt die Anzahl der extrem Armen. Im Jahresbericht des UNDP, der Weltentwicklungs-Organisation, heißt es: „Zwischen 1975 und 2005 erzielten die meisten Länder substantielle Fortschritte bei der menschlichen Entwicklung ... Von den 79 Ländern, für die HDI-Trends für diesen Zeitraum vorliegen, holten 54 mehr als 20 Prozent ihres Rückstandes auf, 31 Prozent mehr als 30 Prozent und 19 mehr als 40 Prozent. Sechs Ländern gelang es sogar, ihren HDI um 50 Prozent zu erhöhen.”

Man kann formulieren: NOCH NIE HATTEN SO VIELE MENSCHEN AUF UNSEREM PLANETEN CHANCEN auf steigenden Wohlstand. Aber warum fällt uns ein solcher Satz so schwer, dass wir ihn gar nicht auszusprechen wagen?

Die fünf Wirkweisen des Alarmismus

Unter „Alarmismus” verstehen wir ein sozialpsychologisches Phänomen, bei dem Zukunftsängste epidemieartig in weiten Bevölkerungskreisen grassieren. Diese Ängste entstehen aus einer übersteigerten Interpretation von Gefahrenmomenten und einer Unterbewertung von Wandlungs-Chancen. Welche Mechanismen führen zu diesem Phänomen?

  1. Die Verwechselung zwischen Prognose und realistischer Vorhersage
    Prognosen sind in unserer Medienkultur allgegenwärtig. Sie werden jedoch fast immer in einer linearen Logik erstellt. Man verlängert einen Trend linear von A über B in die Zukunft, ohne veränderte Technologien, menschliche Reaktionen und kulturelle Veränderungen einzubeziehen. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild von (negativer) Zukunft.
  2. Medialer Steigerungszwang
    In den Medien herrscht heute ein brutales Konkurrenz-Klima. In den Redaktionen regiert Sparzwang. An den Kiosken biegen sich die Zeitschriften in den  Regalen, statt 5 Fernsehprogrammen gibt es nun 123 auf jedem TV-Gerät. Vor diesem Hintergrund werden die alten Regeln medialer Vermittlung außer Kraft gesetzt. In seinem Buch „Erregte Gesellschaft” spricht Christoph Türcke vom „Sensationismus als zentraler Wahrnehmungsform moderner, urbaner Gesellschaften”. „Als Geschäft und Industrie zielt Entertainment auf dreierlei: Geld, Langeweile und Erschütterbarkeit des sozialen Friedens, vornehmlich durch Simulation von Angst!” schrieb der Autor Christian Schüle. Dazu kommt ein weit verbreiteter EXPERTEN-LOBBYISMUS. Experten für bestimmte Gebiete neigen zur Übertreibung und Zuspitzung, um ihr Thema in die Medien zu spielen und „subventionswürdig” zu machen.
  3. Kognitive Resonanz
    Menschen neigen dazu, auf die Begegnung mit Gewohntem oder Vertrautem mit angenehmen Gefühlen zu reagieren (die „konsonante Information”). Pessimistische Menschen reagieren auf negative Botschaften mit POSITIVEN (Bestätigungs-) Gefühlen – und verstärken diese Botschaften zu kollektiven Vorurteilen. Daraus entsteht ein negatives „Wir-Gefühl”, das die eigene „Weltkompetenz” scheinbar steigert: „Wir haben es ja immer schon gesagt!”. Das Endresultat dieses Prozesses ist das „Apokalyptische Spiessertum”.
  4. Ablenkung und Selbstüberhöhung
    Wie die moderne Kognitions-Wissenschaft herausgefunden hat, beschäftigen sich Menschen lieber mit Gefahren, die sie nicht wirklich persönlich betreffen – ferne Risiken, die sehr klein sind, erregen eher unsere Aufmerksamkeit als nahe und große Probleme. Die großen Gefahren für Menschen in der modernen Welt sind Bewegungsmangel, Fehlernährung und Autofahren. Wir beschäftigen uns aber lieber mit Vogelgrippe, Rinderwahn und Handystrahlung! Zudem DELIGIEREN wir gerne Verantwortung an anonyme, verschwörerische Mächte wie „Manager”, „Wertezerfall”, „Ausländer” oder ähnliches. Dadurch stärken wir indirekt unser (schwaches) Selbstbewusstsein.
  5. Der Fahrstuhleffekt
    Während sich Wohlstand verbreitet, kommt es zu einem veränderten Wahrnehmungsmuster der Realität. Odo Marquard, der Philosoph, spricht in diesem Zusammenhang listig vom „Prinzessin-auf-der-Erbse”-Syndrom, oder von der „Erhaltung des Negativitätsbedarfs”:
    „ Während der Fahrstuhl der Ansprüche nach oben fährt, fährt die Welt aus der Sicht der Fahrstuhlpassagiere nach unten”... Wo Kulturfortschritte wirklich erfolgreich sind und Übel wirklich ausschalten, wecken sie selten Begeisterung; sie werden vielmehr selbstverständlich, und die Aufmerksamkeit konzentriert sich dann auf die Übel, die übrig bleiben. Dabei wirkt das Gesetz der zunehmenden Penetranz der Reste: Je mehr Negatives aus der Welt verschwindet, desto ärgerlicher wird – gerade weil es sich vermindert – das Negative. Knapper werdende Übel werden negativ kostbarer...

Kleine Anleitung für einen illusionslosen Optimismus:

  • Verlassen Sie das „Empire of Belief”, jenes Universum aus Meinungen, Vorurteilen und „konventionellem Wissen”, das unseren Alltagsdiskurs bis in die letzten Hirnverästelungen definiert. Glauben sie nichts, „was man sich so erzählt” – über die Welt, die Wirklichkeit und die Zukunft. Wagen Sie einen mentalen „reset”.
  • Fangen Sie von neu an, Wirklichkeit zu erfahren – mit unschuldigen Augen. Verstehen Sie, dass die Zukunft nicht determiniert ist, sondern ein Produkt der Handlungen vieler, die wiederum aus „Mindsets”, also aus den Perzeptionen der Wirklichkeit entstehen.
  • Organisieren Sie Informationen, die die Phänomene der Welt von bislang ungewohnten Seiten beleuchten. Durchschauen Sie den Trick des „operativen Denkens”: Wir konstruieren die Welt so, wie sie uns gerade in den argumentativen Kram passt (die Strategien unseres Denkens folgen dabei oft Ängsten und inneren Kompensations-Strategien).
  • Begreifen sie, dass alles auf der Welt zwar keinen Sinn, aber einen Zweck hat. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass keine Energie verloren geht. Es bedeutet natürlich vor allem auch, dass die Dinge nicht geschaffen worden sind, um Ihnen persönlich Schwierigkeiten zu machen.
  • Verstehen Sie, dass Komplexität das zentrale Wirkprinzip evolutionären Werdens ist. Komplexität entsteht nicht, weil sie „gut” ist, sondern weil sie einem Grundgesetz entspricht, nach dem der Entropie immer eine Ordnungstendenz gegenübersteht.
  • Üben Sie sich in ILLUSIONSLOSEM OPTIMISMUS. „Die Welt ist nicht gut. Aber sie kann besser werden!” (Erich Kästner)
  • Nehmen Sie die SEGNUNGEN an, die der Fortschritt, Technologie und Wohlstand in unserem Teil der Welt geschaffen haben. Helfen Sie mit, diese Segnungen auch für andere Teile der Welt verfügbar zu machen.

Gregg Easterbrock, ein amerikanischer Publizist, schreibt in seinem neuen Buch „The Progress Paradox – How Life gets better while People feel worse”:
Dankbarkeit heißt nicht, alles bedingungslos gut zu finden. Es heißt nur, dass wenn wir NUR über unsere unerfüllten Sehnsüchte nachdenken und das Gute, dass uns widerfuhr, am Rand liegen lassen, wir dem Unglück anheim fallen. ... Hunderte von Generationen, die vor uns kamen, lebten kurze, harte Leben, in Hunger und Unterdrückung, oder im Krieg. Sie mögen dadurch Hoffnung geschöpft haben, dass eines Tages Menschen leben würden, die lange Lebensspannen in Freiheit verbringen könnten. Wir sind gemeint, und wir sollten dankbar dafür sein, dass wir es sind!

  • Lernen Sie SCHÖNER SCHEITERN. Man kann nicht immer gewinnen. Aber man kann IMMER aus seinen Niederlagen lernen! 
  • Handeln Sie. Tun Sie, was sie können. Es wird genug sein, um ein Leben zu erfüllen.

Literatur:

  • Oskar Schatz (Hrsg.) Die Lust am Untergang, Zwischen Kulturpessimismus und Hoffnung, Edition Atelier, Wien 1985
  • Huber Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren – Anleitung zum subversiven Denken, Becksche Reihe, München, 2005
  • Jean Clebert, Die Angst vor dem Weltuntergang, eine Geschichte der Endzeitstimmung, Bastei/Lübbe 1996
  • Lars Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff, Gerüchte machen Geschichte, folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert., CH Links-Verlag, Berlin 2006
  • Udo Ulfkotte, So lügen Journalisten, Der Kampf um Quoten und Auflagen, C. Bertelsmann Verlag, München, 2001

Quellen und Literaturempfehlungen für „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus”

Viele Daten und Fakten finden Sie in diesem Buch, das 2007 erschienen ist. Ich habe hier zusätzlich aktualisierte Quellen und eine Auswahl der wichtigsten Bücher zum Thema aufgelistet. Weitere Quellen und Materialien sind immer willkommen – bitte eine Mail an m.horx@zukunftsinstitut.de

Heftig empfehlen kann ich auch die Gesamt-Arbeit von Dirk Maxeiner und Michael Miersch, die regelmässig einen E-Letter verschicken, in dem man sich von der Apokalypse etwas befreien kann – und auch noch mit Humor: www.maxeiner-miersch.de

Klimakatastrophe

  • Dirk Maxeiner, Hurra, wir retten die Welt! – Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen, Wolf Jobst Siedler-Verlag Berlin 2007.
    Dieses wunderbare Buch sagt alles, was man nicht nur über die „Klimakatastrophe”, sondern auch über die Mechanismen und medialen Wirkweisen kollektiver Hysterien wissen muss.
  • Hans Schuh, Die eiskalte Lust am Untergang – Meldungen vom Zerfall des Südpols heizen die Klimadebatte an. Dabei sind die Eismassen dort beruhigend stabil – ZEIT 3. April 2008, S. 37
  • Hans von Storch/Nico Stehr: Klima inszenierter Angst, SPIEGEL 4/2005
  • Zur Häufigkeit von Wetterereignissen: Reinhard Böhm, Heiße Luft – Reizwort Klimawandel, Edition Va Bene 2008
  • Tim Flannery, Wir Wettermacher. Wie die Menschen das Klima verändern und was das für unser Leben auf der Erde bedeutet, Frankfurt/Main 2006
  • William F. Ruddiman: Plows, Plagues and Petroleum, Princeton University Press, Princeton, 2005
  • Robert A. Berner, The Phanerozoic Carbon Cycle, New York, 2004; siehe auch: Ulf von Rauchhaupt „Der lange Atem der Erde”, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 2. Oktober 2005, S.71
  • Bill McGuire, Global Catastrophes. A very Short Introduction, New York 2002
  • William F. Ruddiman, Plows, Plagues, and Petroleum. How Humans Took Control of Climate, Princeton 2005
  • Once the Soth Pole was Greeen, New Scientist, 21. Juni 2008, S. 34
  • Björn Lomborg, COOL IT, The Sceptical Environmentalists Guide to Global Warming. Alfred Knopf, New York 2007
  • Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Klimas, Beck-Verlag München, 2008
  • Eine Gute Rede mit vielen Daten zum Thema „Klimahype”, aber auch über den Alarmismus generell stammt von Michael Chrichton: www.michealcrichton.com
  • Dieter Groh, Michael Kempe und Franz Mauelshagen (Hgg.), Naturkatastrophen. Beiträge zu ihrer Deutung, Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Gunter-Narr-Verlag Tübingen, 2003
  • Horst Rademacher, Ein ständiger Begleiter – das gemäßigte Klima in Mitteleuropa war noch nie frei von Extremen, FAZ 16.8.2002, S.8
  • Christopher Monckton, Dont believe it – Global Warming-alarmism and the consequences, Sunday Telegraph 5.11.2006, S. 17
  • Axel Bojanowski, Das Klima war viel komplexer, Erderwärmung auch schon um 1400. Die Forscher müssen umdenken, Welt am Sonntag 15.8.2004, S. 63

Artensterben:

  • Can Polar Bears save the World?, Observer Magazine 4. März 2007
  • Josef H. Reichhof, Die Zukunft der Arten – Neue ökologische Überaschungen, C.H.Beck, München, 2008
  • Die World Conservation Union (IUCN) geht von einer Zahl von 784 definitiv ausgestorbenen Arten seit rund 350 Jahren aus; New Scientist 6.5.2006, S. 10
  • Michael Gleich, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Life Counts. Eine globale Bilanz des Lebens, Berlin 2002, S. 104 ff. Das Buch bietet die sorgfältigste und vor allem völlig un-alarmistische Ausarbeitung der Speziesdaten der Erde.
  • Schlüsseltext zur Zyklik der Artenvielfalt: www.muller.ll.gov
  • Björn Lomborg, The Sceptical Environmentalist. Measuring the Real State of the World, Cambridge 2001.

Bevölkerungs"explosion"

  • World Population Prospects: The 2006 Revision Population Database zeigt die Entwicklungen aller Länder und Regionen bis 2050, aber leider nicht weiter, und berücksichtig dabei den demographischen Sprung etwas zu wenig (www.esa.un.org)
  • Lutz/Sanderson ”While the 20th century was the century of population growth … the 21st century … is likely to become the century of population aging” 2004, Warthscan Publications
  • Lutz, W., Sanderson, W., Scherbov, S. 2001. The end of world population growth. Nature 412:543-545
  • Ben J. Wattenberg, Fewer. How the New Demography of Depopulation Will Shape Our Future, Chicago 2004
  • Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Entwicklung und Projektionen. Wie viele Menschen werden in Zukunft auf der Erde leben? 2005
  • O’Neill, Brian, and Deborah Balk. ”World Population Futures.” Population Bulletin 56, no. 3, 2001. Online auf www.prb.org
  • State of World Population 2007. Unleashing the Potential of Urban Growth. United Nations Population Fund UNFPA, New York. 2007

Demographische Katastrophe Deutschland

  • Björn Schwentker, „Aussterben abgesagt” in: Die Zeit 8. Juni 2006, S. 35., und WELT, Ralf E. Ulrich, Wir sterben immer wieder aus, 11.5.2006, S. 9
  • Björn Schwentker, Pokerspiele an der Wiege, ZEIT Wissen 14.6. 2006, S. 35
  • Ralf E. Ulrich, Wir sterben immer wieder aus. Seit 100 Jahren hat das Thema Demographie regelmäßig Konjunktur. 11.5.2006, Die Welt, S. 9
  • Karl O. Hondrich, Weniger sind mehr – warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist. Campus-Verlag, Frankfurt, 2007
  • Von Stagnation kann keine Rede sein, Zuwachs statt Rückgang, wie sich die Bevölkerungszahl in Deutschland entwickelt. Süddeutsche 22.4. 2005
  • Studie: Akademikerinnen haben häufiger Kinder als angenommen, DIW 26.Mai 2006
  • Die Geburtenrate in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit 1990 geklettert. Die Quote sei auf mehr als 1,4 Kinder pro Frau gestiegen, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne Berechnungen des Bundesfamilienministeriums. Im Vorjahr habe die Quote noch bei 1,33 Kindern pro Frau im Alter zwischen 15 und 45 Jahren gelegen. Zuletzt seien 1990 so gute Zahlen wie 2007 verzeichnet worden. – SPIEGEL 9/2008

Globalisierung

Alle Grunddaten zur Globalisierung: www.gapminder.org

  • Hans Rosling: New insights on poverty and life around the world, ein Grund-Vortrag über die Veränderungen der Wohlstands- und Gesundheitsstrukturen der Welt. www.ted.com
  • Michael Lind, „Worldly Wealth”, in: Prospect, Juli 2004
  • Thomas L. Friedmann, The World ist Flat – A brief History of the 21. Century, Farar, Straus und Giroux 2005
  • Joseph E. Stiglitz, Making Globalization Work, New York 2006
  • Robert J. Barro, Xavier Sala-i-Martin, Economic Growth, New York 2003
  • C.K. Pralahad: der Reichtum der Dritten Welt – Armut bekämpfen, Weltweiten Wohlstand fördern, Würde bewahren, Wirtschaftswoche FinanzBuch Verlag, München 2006
  • Das Ende der Armut. Ein ökonomisches Programm für eine gerechtere Welt, München 2005
  • Martin Wolf, Why Globalization works, New Haven (CT) 2004. Und Wolfgang Uachtius, „Im Takt von tausend Nähmaschinen”, ZEIT 2.Jan.2003, S. 15
  • Paul K. Driessen, Öko-Imperialismus. Grüne Politik mit tödlichen Folgen, Jena 2006. Der kenianische Ökonom James Shikwati schreibt über das Buch: „Wenn Sie die Stimme der Armen zu Umweltthemen hören wollen, dann lesen Sie Öko-Imperialismus. Die Armen der Welt haben genug davon, von Gutmenschen geführt und dominiert zu werden, die darauf aus zu sein scheinen, sie in Armut zu halten, aus ideologischen Gründen und um Spenden werben zu können.”
  • Günter Faltin, Jürgen Zimmer. Reichtum von unten – die neuen Chancen der Kleinen, Aufbau-Verlag Berlin 1996
  • Jared Diamond, Arm und reich. Die Schicksale menschlicher Gemeinschaften, Frankfurt/Main 1997
  • Michael Mitterauer, Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderweges, München 2003
  • David Landes, Wohlstand und Armut der Nationen. Warum die einen reich und die anderen arm sind,. Berlin 1999
  • Ilija Trojanow, Ranjit Hoskoté, Kampfabsage: 
Kulturen bekämpfen sich nicht – sie fließen zusammen. Karl Blessing Verlag 2007

Migration & Flüchtlinge

  • Gerald Trautfetter, Legende vom Exodus – Ökologen kündigen viele Millionen Umweltflüchtlinge an. Migrationsforscher warnen vor Horrorszenarien, SPIEGEL, 15/2007, S. 162

Waldsterben

  • Günther Keil, „Chronik einer Panik”, in: Die Zeit, 9. Dezember 2004, S. 39, www.zeit.de
  • Panic over? Über die Wiederaufforstung im Kontext des Regenwaldes, NewScientist 12. 5. 2007, S. 42

Armut und Reichtum, Welt

  • Branko Milanovic, Worlds Apart. Measuring International and Global Inequality, Princeton 2005, S. 87
  • Muhammad Yunus, Creating a World without Poverty, Public Affairs, London, 2007
  • Paul Polak, Out of Poverty: What Works When Traditional Approaches Fail, Berret-Koehler, London, 2008
  • Francois Bourgignon, Christian Morrison, Inequality among World Citizens, American Economic Review, 92/2002
  • Mysteriöse Explosionen – Wie die UN die Globalisierung schlechtrechnet, Wirtschaftswoche 6.6.2002, S. 40
  • Why the rich must get richer, ECONOMIST 12.11.2005, S. 10
  • Wirtschaftswachstum halbiert Armut bis 2015, Weltbank-Bericht 2006, die PRESSE 21. 4. 2006, S. 17

Armut und Reichtum, Deutschland

  • Gefühlte Belastung – SPIEGEL 25/2008, S. 68 ff.
    Der Text weist eine steuerliche Entlastung der Mehrheit der Bevölkerung in den letzten 10 Jahren nach.
  • Effektivverdienste – wenig Grund zur Klage – die tatsächlichen Löhne. Iwd 22.Mai 2008, S. 2
  • Der Sozialstaat funktioniert, iwd 19- Juni 2008, S. 2
  • Harzt IV schlägt Sozialhilfe, IWD24. April 2008, S. 2
  • Deutschland rechnet sich arm – Großes Aufheben um eine neue Armutsstatistik der Bundesregierung. Neue Zürcher Zeitung Di, 20.Mai 2008, S. 21
  • „Gleichheit ist nicht Gerecht” – Interview mit dem Sozialwissenschaftler Klaus Schroeder, www.zeit.de
  • Reichtum wird überschätzt, ein Interview mit Klaus Schröder, Professor für Politikwissenschaften, Brand Eins 02/07, S. 88
  • Franz Schellhorn, Doppelt so reich, aber „Arm” gerechnet, die PRESSE 1.12. 2007, S. 27
  • IWD 2.11.2006.S.2 Unterschichten-Debatte: Arbeit als Aufstiegshilfe, Ein allzu schmales Einkommen prägt oft nur eine Lebensperiode
  • Marc Beise, Armut und Reichtum, Wie in Deutschland die Einkommen verteilt sind – und was uns das sagt, Süddeutsche Weihnachten 2004, S. 21
  • Carl Christian von Weizsäcker, das Immer-mehr-Paradox – Weil wir Wohlstand immer nur im Vergleich mit Nachbarn messen, wird sogar ärmer, wer reicher wird. Weltwoche 15.05, S. 16

Krieg der Kulturen

  • Mansoor Moaddel, Islamic Modernism, Nationallism and Fundamentalism, Project Syndicate, 2004: Moaddel weist nach, dass Staatsreligionen eher zu einer Erosion religiöser Haltungen in der Bevölkerung führen.
  • Zweifach gescheitert, Terroristische Gewalt ist eine Reaktion auf die Krise des Islamismus – ein Gespräch mit SAdiq al-Azm, FR 1.11.02, S. 32
  • Sie hassen uns nicht. Eine Langzeitstudie des Gallup-Institutes belegt, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime westliche Werte schätzt und den eigenen Extremisten jede Kompetenz zur Lösung ihrer Probleme abspricht, WELT 10.März 2008, S.3
  • Niall Ferguson, Huntington liegt falsch – fast alle Konflikte finden innerhalb eines Kulturkreises statt und nicht beim Zusammenprall verschiedener Zivilisationen, die WELT 11.3.2006, S. 9
  • Christian Geyer, Wie man vom Verhalten gefährlicher Wirrköpfe fälschlicherweise auf ganze Kulturen schließt, FAZ 25.11.2005, S. L3
  • Geert Mak: Der Mord an Theo van Gogh, Geschichte einer moralischen Panik. Suhrkamp-Verlag Frankfurt, 2005

Krieg und Gewalt

  • Die wichtigsten Daten über Konfliktopfer weltweit finden sich im Human Security Report: www.humansecurityreport.org
  • Steven Pinker: A brief history of violence. Ein Vortrag über den Rückgang der Gewalt in der Geschichte der Menschheit des berühmten Psychologen und Kognitionsforschers: www.ted.com
  • Zum Mythos der ”friedlichen und naturliebenden Ur-Zivilisationen: Shepard Krech, The Ecological Indian. Myth and History, W.W. Norton, New York 1999
  • Manuel Eisner, Modernisation, Self-Control and Violence: www.bjc.oxfordjournals.org
  • Die Anzahl der Kriegsflüchtigen hat sich nach dem Zahlen der Weltflüchtlingskommission 2007 verringert. Siehe auch: Uwe Jan Heuser, „Die Welt in Bewegung”, in: Die Zeit, 28. September 2006, S. 25
  • Lawrence H. Keeley, War before Civilization. The Myth of The Peaceful Savage, Oxford 1997
  • Das Verschwinden der Gewalt, Mord, Totschlag und Krieg sind auf dem Rückzug, DIE PRESSE, Wien, 1.2.2008, S. 36

Gewaltzuwachs Deutschland

  • Grunddaten Mordstatistik: Siehe Wikipedia MORD – Kriminalstatistik – Morde Deutschland
  • Christian Pfeiffer, „Weniger Verbrechen, mehr Panikmache”, in: Die Zeit 2. Juni 2005, S. 9, und „Dämonisierung des Bösen”, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 5. März 2004, S. 9.
  • Christian Pfeiffer, Weniger Verbrecher, mehr Panikmache – die Zahl schwerer Straftaten geht zurück – warum wird das verschwiegen?, ZEIT 2.6.2005 S. 9
  • Statt Schläge kein TV – eine neue Studie belegt, dass immer mehr Eltern auf Prügel und Ohrfeigen verzichten, FOCUS, 13/2004, S. 46, Bezug auf eine Studie des Bundesfamilien- und Bundesjustizministeriums

Umweltkatastrophen

  • Franz Schuh, „Seveso war überall”, in: Die Zeit, 6. Juli 2006, S. 27; in diesem Artikel werden die Ergebnisse einer Konferenz „Seveso 30 Jahre danach” dargestellt.
  • Matthias Schulz, Legenden vom bösen Atom, über die Fehl-Rezeption des Atomunfalls von Tschernobyl, SPIEGEL 47/2007, S. 160
  • Raimund Wandtner, Zurechtgestutzter Dämon, ist die Tschernobyl-Strahlung weniger gefährlich als Passivrauchen?, FAZ26.4.2007, S. 34

Naturkatastrophen

  • Der Weltkatastrophenbericht vom 13. Dezember weist für das Jahr 2007 25.000 Opfer von Naturkatastrophen nach, eine stark gesunkene Zahl. Offiziell wahrgenommen wurde aber praktisch nur der Bericht von 2004, wo nach dem asiatischen Tsunami 250.000 Opfer zu beklagen waren. Weltkatastrophenbericht 2007: www.roteskreuz.at
    Im Bericht 2007 heißt es: Wie erfolgreich langfristige Katastrophen-Vorsorge sein kann, zeigt das Beispiel Bangladesch. Zyklon Sidr hat in Bangladesch rund 3.000 Menschenleben gekostet, 1971 starben bei einem Zyklon der gleichen Stärke 141.000 Menschen. Das Rote Kreuz unterstützt den Bangladeschischen Roten Halbmond in der Vorbereitung auf zyklische Wirbelstürme seit 1996.

Krankheiten

  • Richard Friebe, Gerd Knoll, Eine Katastrophe weniger – die Fettleibigkeits-Epidemie bei Kindern in Deutschland gibt es nicht, FAZ Sonntag, 27.Juni2004, S. 55
  • AIDS-Who's counting – The global Aids epidemic is still bad, but not as bad as it once seemed. ECONOMIST24.11.2007, S. 69
  • An African Miracle, über die Revolutionierung der Aids-Behandlung in Lesotho, TIME, 5.2.2007, S. 44

Allgemein zu Weltuntergangsängsten und Alarmismus

  • Medienwahn: Nick Davies, Flat Earth News – Falsehood, Distortion and Propaganda in the Global Media. Chatto&Windus, 2007. Tolles Buch über Lügen und Gerüchte, die von den Medien verbreitet werden.
  • Hans Leyendecker, Grand Hotel Gaga – Haben wir zu lange in dunklen Wäldern gelebt? Über die chronisch leuchtende Untergangshysterie der Deutschen, Süddeutsche Zeitung 10./11. September 2005, Wochenend-Beilage S. 1
  • Robert Wright, Nonzero, The Logic of Human Destiny, Pantheon Books, New York 2000
  • Josef H. Reichholf, Die falschen Propheten, unsere Lust an Katastrophen, Wagenbach-Verlag Berlin 2003
  • Jean Clebert, Die Angst vor dem Weltuntergang, eine Geschichte der Endzeitstimmung, Bastei/Lübbe 1996
  • Elaine Showalter, Hystorien, Hysterische Epidemien im Zeitalter der Medien, Berlin Verlag, Berlin, 1997
  • Francis Fukuyama, Das Ende des Menschen, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München, 2002
  • Frank Furedi, Culture of Fear, Risk-Taking and the Morality of Low Expectation, Cassell, London, 1997
  • Klaus Vondung, Die Apokalypse in Deutschland, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1988
  • Oskar Schatz (Hrsg.) Die Lust am Untergang, Zwischen Kulturpessimismus und Hoffnung, Edition Atelier, Wien 1985
  • Udo Ulfkotte, So lügen Journalisten, Der Kampf um Quoten und Auflagen, C. Bertelsmann Verlag, München, 2001
  • Lars Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff, Gerüchte machen Geschichte, folgenreiche Falschmeldungen im 20. Jahrhundert., CH Links-Verlag, Berlin 2006
  • Huber Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren – Anleitung zum subversiven Denken, , Becksche Reihe München 2005
  • Stuart Sim, Empires of Belief. Why We Need More Scepticism and Doubt in the 21st Century, Edinburgh University Press, 2006

Empfohlene Zeitschriften:


 


 

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